LÄNGER LEBEN
Freitag, den 04. Mai 2007 um 00:00 Uhr

(aus heft 5/07 und mit freundlicher genehmigung der psychologie heute)

Epikurs Einschätzung der menschlichen Glücksmöglichkeiten wurden in den letzten jahren durch empirische Untersuchungen untermauert. So stellte sich in internationalen Vergleichen heraus, dass nicht der absolute Wohlstand, sondern die Gleichmäßigkeit der Güterverteilung mit dem subjektiven Wohlempfinden und der (damit verbundenen) Lebenserwartung korreliert. In Kerala beispielsweise, einem äußerst armen Bundesstaat im Süden Indiens, werden die Menschen heute im Durchschnitt 74 Jahre alt; in Brasilien, das sechsmal wohlhabender ist, sterben die Menschen hingegen im Durchschnitt mit 66 Jahren.

Der Grund: Während in Brasilien die Kluft zwischen Arm und Reich sehr weit ist, sind die Einkommensunterschiede in Kerala marginal. Dieses Ergebnis bestätigt einen allgemein zu beobachtenden Trend. Bei allen Vergleichen stellte sich heraus, dass die Nationen mit den zufriedensten Menschen (Skandinavien und Niederlande) zugleich auch diejenigen waren, die die ausgeglichenste Einkommensverteilung aufwiesen. (Deutschland befindet sich in beiden Skalen ungefähr im Mittelfeld der Industriestaaten.)

Selbst innerhalb von Staaten oder Staatsgebilden wie den USA ist der Zusammenhang von Wohlbefinden, Lebenserwartung und sozialer Gerechtigkeit signifikant. Der frühe Tod der Bürger in Staaten mit mehr Ungleichheit ist wahrscheinlich auf den hohen Stress zurückzuführen, den Menschen in Gesellschaften mit starken Gegensätzen und mit geringer persönlicher Freiheit erleben müssen.

Dafür sprechen insbesondere auch die verheerenden Daten, die aus den Umbruchstaaten Russland, Litauen oder Ungarn gemeldet werden – alles Staaten mit hoher sozialer Ungleichheit, unzufriedenen Bürgern und geringer Lebenserwartung. In Russland und Litauen ist Sterblichkeit seit 1989 um ein Drittel gestiegen, die Lebenserwartung von Männern beträgt mittlerweile weniger als 60 Jahre. In Ungarn kletterte die Sterblichkeit von 1970 bis 1990 um ein Fünftel. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich das Nationaleinkommen, wovon allerdings nur eine kleine Minderheit profitiert. Die Mehrheit der Ungarn besitzt heute trotz des Wirtschaftswachstums in etwa so viel wie 1970.

Wenn es noch einen Beweis für Epikurs Weisheit bedurft hätte, dass nur ein „vernünftiges, anständiges und gerechtes Leben“ freudvoll (und langwährend) sein kann, er wäre mittlerweile durch Forschungsergebnisse hinreichend erbracht. Wir sollten Epikurs diesbezügliche Warnungen also ernst nehmen: Gerechtigkeit und individuelles Wohlempfinden (Glückseligkeit) schließen sich nicht aus. Sie bilden vielmehr eine notwendige Einheit: "Kein Glück ohne Gerechtigkeit" ...

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:52 Uhr
 
VIELES
Montag, den 02. April 2007 um 00:00 Uhr

an der klima- und umweltschutzdebatte ist aktionismus, übertrieben oder komisch. ein kerngedanke fehlt leider meistens: unternehmen (und nicht nur deren kunden!) sollten die von ihnen verursachten umweltbelastungen gefälligst ausgleichen. und auch winzlinge wie wir können da einen teil beitragen.

auf unserem längsten logistikweg von 800 km werden anteilig 0,02 liter diesel (ein schnapsglas) verbraucht, um einen liter (drei flaschen) premium auszuliefern. das entspricht etwa 100 gramm co2, teilt atmosfair.de mit. außerdem verbrauchen wir strom, wasser usw. - vater staat zieht zwar für jeden liter diesel rund 47 cent steuern ein, von denen rund 15 cent ökosteuer sind - aber damit ist noch nicht gesagt, dass dieses geld auch ökologisch investiert wird ...

also müssen wir wieder selber ran und werden ab sofort 1 cent je flasche für den umweltausgleich abzweigen. das klingt nicht viel, macht aber runde 5 % unserer "einnahmen" aus und ist je flasche definiert: mehr flaschen => mehr transporte => mehr ausgleich. so solls sein. klar, wenn es premium nicht gäbe, würden die leute was anderes trinken - die gesamtbelastung wäre wohl identisch. aber für unseren teil können wir was machen. atmosfair.de bekommt das geld bisher, aber das ist vielen kollektivisten zu anonym. vorschläge? gerne per mail!

am rande: die gfk meldet, dass das pfand für einwegverpackungen zumindest bei alkoholfreien getränken (afg) genau das gegenteil des gewünschten bewirkt hat: vor einführung im jahr 2002 warens noch 51,4 % mehrweg bei afg - im jahr 2006 fiel der anteil auf 34,9 %. na toll.

wir glauben ja nach wie vor an glas-mehrweg statt plastik-einweg. genau wissen wirs aber nicht. hat jemand solides material, das mehrweg einweg als gesamtbilanz inklusive herstellung, transport, waschzyklen, entsorgung usw. aufrollt?

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:52 Uhr
 
MARKE
Sonntag, den 18. März 2007 um 00:00 Uhr

menschen machen sich fast nie gedanken über werbung, die sie sehen; und noch seltener über werbung, die sie nicht sehen. dabei kann letztere die wichtigste sein. immer wieder hören wir: "ihr müßt dies und jenes machen, ist doch üblich in der branche zum markenaufbau, habt ihr denn keine ahnung?"

hatten wir anfangs sicher nicht, und sind immer noch anfänger. eine ganze reihe premium-mitmacher kommt allerdings aus der sogenannten medienbranche, viele arbeiten parallel für andere (getränke)marken. wir wüßten sicher, wie es "richtig" geht, tuns aber nicht. lassen wir durch bewusste untätigkeit anderen marken freiraum? hmmm.

marke, was ist denn das schon. wir glauben und versprechen hiermit: jeder, der sein produkt nach premium-prinzipien regelt, darf es auch premium nennen. inklusive der (zugegebenermaßen) geschützten minimalen optik, anschluss an unsere systeme und so weiter. was ist schon cola, das kapitalistischste produkt überhaupt? wenn es premium-cola gibt, kann es auch premium-jeans, -spülmittel oder sonstwas geben. wir helfen gerne.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:52 Uhr
 
AUSGERECHNET
Montag, den 15. Januar 2007 um 00:00 Uhr

nach wie vor nimmt nur ein teil der leute im premium-kollektiv ihren verdienten lohn an. alles was nicht angenommen wird, sparen wir; als sicherheit für alle fälle, zum nachkaufen von leergut und so weiter. damit das geld beim rumliegen was sinnvolles tut, packen wirs auf die umweltbank. ein girokonto bietet die aber leider nicht an.

die gemeinschaftsbank tut das, wollte uns aber zuerst nicht haben weil wir cola machen. dann haben sie brand eins gelesen und wären jetzt bereit; dazu erfüllen sie uns auch einen lange gehegten wunsch. bisher war nämlich keine bank bereit, uns sowas wie ein kollektives konto einzurichten: ein-zwei leute sollen darauf mit ihren logins geld bewegen, aber beliebig viele leute mit einem "nur-lesen-login" alles überwachen können. super sache.

bis vor anderthalb jahren oder so kannte keiner von uns die beiden oben genannten banken, wohl auch weil sie wenig geld für werbung ausgeben. gute sachen sollte man aber weiterempfehlen, was wir hiermit tun - die gemeinschaftsbank ist zum beispiel die einzige, die allen kunden regelmäßig rechenschaft darüber ablegt wem sie kredite geben. näheres dazu findet sich zum beispiel hier oder hier.

nachtrag: kollege max hat mal aufgeschlüsselt, wie die relation zwischen geld und menschen bei der GLS aussieht - und zum vergleich bei der deutschen bank.


 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:53 Uhr
 
LINKS
Dienstag, den 28. November 2006 um 00:00 Uhr

zwei von uns waren auf dem kongress www.solidarische-oekonomie.de und haben anhand eines 55-seitigen skripts anderthalb stunden über premium referiert. dem publikum hat die konsequenz des ganzen sehr gefallen, obwohl oder gerade weil wir nicht dem bild der typischen linken dort entsprachen und auch sonst nicht in linken gruppen vernetzt sind; muss man ja beides nicht sein um moralisch zu arbeiten, und kann in nicht-linken umfeldern meist mehr verändern. warum wir den kongress nicht vorher hier angekündigt haben? einfach vergessen, sorry.

ein ergebnis des vortrags: unser produkt heisst nicht (mehr nur) cola. premium füllt, fährt oder fakturiert mangels eigener mittel nicht selbst, sondern arbeitet mit "externen" langzeitpartnern. die werden dann allerdings zu internen, weil ihr wissen und ihre meinungen im kollektiv gleichberechtigt mitentscheiden. dadurch entsteht unser eigentliches produkt, nämlich konzept & ideologie des korrekten wirtschaftens im netzwerk. und das wird dann - mittels colaflaschen - an alle partner in unserem einflussbereich exportiert.

hier wird also, um im linken bild zu bleiben, die herrschaft über eine marke eben nicht zur ausbeutung der produktivkräfte zwecks gewinnmaximierung genutzt, sondern für deren mitbestimmung und faire verteilung. premium kennt zb keinen mengenrabatt, sondern das gegenteil: es gibt nachlässe für kleine oder neu anfangende händler mit kleinen mengen, um deren hohe frachtkosten pro flasche auszugleichen ...

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:53 Uhr
 
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