MOJO
Samstag, den 08. November 2008 um 00:00 Uhr

"Organisiert von Premium" steht auf Wunsch der Mojos auf dem Etikett der neuen Mojo-Cola. Das bedeutet: Premium-Cola organisiert Mojo-Cola, auch wenn der Inhalt ein anderer ist. Warum sollten wir das wollen? Weil wir meinen, dass der Markt genug Platz für alle bietet wenn man miteinander arbeitet statt gegeneinander.

Und warum wollten die Mojos so einen Hinweis auf der Flasche, Premium ist hier doch nur ein Lieferant? Könnte man meinen - tatsächlich machen wir uns aber einige Gedanken mehr als andere, deshalb kam die Kooperation wohl auch nur zustande ...


"Organisiert" heisst zuerst einmal, dass wir die operative Arbeit machen: Mengen und Zutaten besorgen, Etikettendruck und Deckel regeln, Kisten und Flaschen ranschaffen, Abfüller steuern, Lager und Versand klären, Spediteur einweisen und so weiter. Dafür braucht man etwas Erfahrung und Organisation, aber das ist eigentlich nichts Besonderes und können andere auch. Entscheidend ist nicht was wir tun, sondern wie.

Die Arbeitsweise von Premium will nicht weniger als den Beweis antreten, dass Wirtschaft und Moral zusammen funktionieren können. Dieses Oberziel verfolgen wir bei allem was ansteht, auch bei Mojo-Cola. Das ist der Kern - wer jetzt genug gelesen hat kann was anderes machen :-)


Zutaten für Mojo-Cola, von oben nach unten:

Der Deckel hat zwei Lackschichten, schwarzen und klaren Lack. Auf den klaren kann man nicht verzichten, sonst rostet das Blech des Deckels, der schwarze Lack könnte aber im Interesse der Umwelt wegfallen. Bei den zu erwartenden Mengen Mojo-Cola käme etwa ein halber Liter Lack pro Jahr zusammen, haben wir ausrechnen lassen. Also lassen wir die Farbe drauf.

Weniger entspannt sind wir bei dem Innenleben des Deckels, also der Unterseite - da sitzt eine Dichtung aus Kunststoff, bei der wir auf PE = Polyethylen bestehen. Das verbrennt im Gegensatz zum billigeren PVC in Müllverbrennungsanlagen rückstandsfrei zu CO2 und Wasser, und da in Deutschland immerhin 50 Prozent des anfallenden Mülls thermisch verwertet werden (bei Gewerbe-Abfällen ist die Quote nochmal höher) wird hier der bestmögliche von generell schlechten Kunststoffen verwendet. Polyethylen verrottet angeblich auch draußen, sagt die Wikipedia - der Eintrag stimmt aber so nicht ganz, denn wir haben uns bis zum Umweltbundesamt durchgefragt und erfahren: das dauert Jahrzehnte. Eine bessere Lösung für den Zweck gibts aber leider nicht - es gibt zwar verrottbare Kunststoffe, aber die wären nicht Getränke-neutral ...

(So viel Text, und wir sind immer noch beim Deckel. Aber wenn man einen Job gut machen will im Sinne von Wirtschaft und Moral, gibts da halt viel zu tun bis ins kleinste Detail :-)

Weiter mit der Flasche: Glas-Mehrweg und nur Glas-Mehrweg, schon weil Plastikflaschen fast nie ganz dicht sind, weswegen Hersteller beim gleichen Inhalt mehr Kohlensäure in Plastik füllen als in Glas, achtet mal drauf. Momentan sind Plastikflaschen in Clubs zwar noch die Ausnahme, aber ansonsten im Markt absolut auf dem Vormarsch bzw. Durchmarsch, und für Zukünftige (kleiner Seitenhieb nach Zürich) Clubgänger die jetzt jugendlich sind wird Plastik leider ganz normal sein prophezeihen wir mal. Gut finden muss man das nicht, auch weil Plastik der Anbieterkonzentration im Getränkemarkt über Discounter derben Vorschub leistet, aber wir schweifen ab ... "normale" Unternehmen sortieren Glasflaschen mit Kratzern aus, also meistens nach rund 7 Umlaufzyklen. Wir finden Flaschen mit Kratzern eher schön weil sie weitgereist sind und viele Umläufe anzeigen, hoffentlich sehen die Mojos das auch so :-)

Kohlensäure kommt als nächstes, wenn man von oben nach unten geht. "Natürliche Quellkohlensäure" steht auf manchen Mineralwässern und klingt erstmal toll, bis man nachforscht und feststellt dass dafür nicht nur Wasser in die Erde verpresst wird um Kohlensäure rauszuholen, sondern die auch noch chemisch gereinigt und per LKW weit transportiert werden muss weil es in D nur drei Quellen gibt. Kohlensäure ist aber eigentlich nur CO2 und damit ein Beiprodukt vieler Industrien, das in chemisch reiner Form und fast beliebigen Mengen verfügbar ist. Also nehmen wir natürlich die normale" Kohlensäure statt der "natürlichen", so viele Anführungsstriche können wir gar nicht setzen ...

Kommen wir endlich zum Getränk - Cola wird aus Wasser, Zucker, Kohlensäure und einem Aroma-Grundstoff hergestellt. Das Wasser kommt im Fall Mojo-Cola aus den Quellen des sogenannten Riesrandes und wird in einem örtlichen Wasserwerk aufbereitet wie alles andere Trinkwasser auch, und entspricht damit DIN ISO 2000, der EU-Trinkwasserrichtlinie sowie der deutschen Trinkwasserverordnung. Die Wasserversorgung in D ist sehr gut, weshalb es gar keinen Sinn macht irgendwelche Wassermarken per LKW lange Strecken zu fahren, aber das ist wieder ein eigenes Thema.

Weiter gehts mit Zucker, der für Mojo-Cola aus zwei Komponenten besteht. Glukose-Fruktose-Sirup ist eine kombinierte Zuckerart, deren Verhältnis Glukose (Traubenzucker) zu Fruktose (Fruchtzucker) in dieser mengenmäßigen Reihenfolge vorliegen muss um vom Körper gut verwertet zu werden. Neutrale quellen sind auch dazu schwer zu finden, evtl tuns diese und diese und diese (wer hat mehr infos über die doccheck ag?).

Zucker ist auch in Cola enthalten, das weiß man ja mittlerweile - der Anteil ist mit 10 g pro 100 ml minimal geringer als bei normalen Marken. Zucker für Mojo-Cola wird aus Zuckerrüben der Region gewonnen, die ein Hersteller verarbeitet in dem die Bauern über eine Genossenschaft eine Mehrheit halten und deswegen nur von sich selbst zu fairen Preisen kaufen lassen. Bio-Zucker war ein Thema, haben wir versucht - würde aber statt einer Tankzug-Fahrt pro Halbjahr 14 einzelne Touren erfordern und damit zwar offiziell Bio heißen dürfen und ein Siegel tragen (das sicher den Verkauf ankurbeln würde), aber eigentlich bei der Logistik und dem Dieselverbrauch etc. nicht mehr Bio sein. Deswegen haben wirs erstmal gelassen, bleiben aber dran.

Die Liste der Zutaten weiter: Ammonsulfit-Zuckerkulör ist nichts anderes als Zuckerkulör, quasi gerösteter Zucker, der die dunkle Farbe der Cola ergibt. Vorschrift wäre nur die Angabe E150d, aber das versteht ja keiner, also schreiben wirs als Zeichen der Transparenz lieber aus.

Weiter mit Phosphorsäure, einem unproblematischen Konservierungsmittel das so auch im menschlichen Körper eine große Rolle spielt. Pflichtangabe wäre hier nur E338, aber zwecks besserer Verständlichkeit auch hier ausgeschrieben.

Zu guter letzt noch das Aroma inklusive Koffein, das kleine Geheimnis des Geschmacks (neben der Ausmischung mit Zucker, Kohlensäure und dem verwendeten Wasser, wirkt sich alles auf den Geschmack aus). Dieser sogenannte Grundstoff oder Sirup macht etwa ein Hundertstel des Inhalts aus und kommt von einem spezialisierten Hersteller, dessen Produktion wir besichtigt und für extrem durchorganisiert befunden haben. Von jeder Serie werden an mehreren Stellen des Prozesses Rückstellproben behalten zum Beispiel, damit jederzeit nachvollziehbar ist was wie ablief ...

Das Etikett als vorletzter Bestandteil wird bei normalen Getränken auf nass- und laugenfestem Papier gedruckt, das sich in der Waschmaschine der Flaschenreinigung nicht zersetzen soll. Der Preis dafür ist nicht nur relativ viel Chemie im Papier, sondern auch kaum Recycling-Anteile - deswegen haben wir lange gesucht um wenigstens ein FSC-zertifiziertes Papier zu verwenden. Das glänzt dann nicht ganz so schön wie normales, ist dafür aber die momentan sauberste Lösung nach unserem Wissensstand. Natürlich bleiben wir auch am Papier dran, da kann sich ja was tun.

Letzter Punkt, der Kasten - wieder Polyethylen, und zwar mindestens 90 % Recycling-Anteil im Material, was bei den schwarzen Kästen besonders gut möglich ist. Die Kästen laufen darüber hinaus in einem Leergut-Pool mit fünf weiteren Produkten, sodass sichergestellt ist dass sie schnell wieder in den Umlauf kommen. Wir haben auch gerade in Kästen investiert, damit immer genug Mojo-Cola verfügbar ist.

Das wars von den Zutaten einstweilen ...


Kommen wir zur Arbeitsweise, die den Unterschied macht:

"Normale" wirtschaftliche Strukturen sind vom Wettbewerb geprägt, der die beste Qualität zum günstigsten Preis belohnt, sagt die Theorie. In der Praxis klappt das nicht perfekt - sobald z. B. der Einkäufer einer Leistung dem Anbieter wirtschaftlich stark überlegen ist, kann er den Preis diktieren bis der Anbieter kaputt ist und der nächste übernimmt. Bei Speditionen zum Beispiel, bei Produkten ab gewissen Stückzahlen - "der Handel verdient am Einkauf" sagt man mittlerweile und meint damit unter anderem, dass Kalkulationen nicht mehr nach dem Prinzip "was braucht mein Partner, was brauche ich, wie ist der Konsens mit dem alle gut leben können?" gerechnet werden, sondern nach kurzfristigem eigenem Umsatz. So entsteht eine Wirtschaftskultur des Gegeneinanders, zusätzlich zum Wettbewerb der auch nicht immer fair ist. Wie schön wäre es da, wenn alle Beteiligten eines Produkts den Anteil des Auftraggebers bestimmen könnten, dann muss der ja alle fair behandeln ...

Genau das ist die Arbeitsweise bei Premium, die wir 1:1 auch bei Mojo-Cola umgesetzt haben. Im Ergebnis hat man neben einem guten Gewissen auch zufriedene und langfristig zuverlässige Partner, was deutlich mehr bringen kann als ein nur kurzfristiger Mehr-Gewinn.

Bei Mojo-Cola heisst "faire Kalkulation", dass wir wie bei Premium bis zur einzelnen Flasche rausgerechnet haben wer welche Anteile braucht um klarzukommen. Damit hat man einige Vorteile:

- mehr Flaschen machen mehr Arbeit, ergeben aber automatisch mehr Geld
- im Umkehrschluss gibt es praktisch keinen Mengen- oder Wachstumsdruck
- für die Einnahmen ist immer klar wem welche Anteile zustehen
- es kann sofort ausgezahlt werden, niemand muss länger warten als nötig
- schnell bezahlte Partner sind zufriedene Partner, siehe oben
- geänderte Bedingungen (z.B. LKW-Maut ab 2009) sind leicht einzubauen
- Schulden sind praktisch ausgeschlossen
- ...

Das Mantra "faire Kalkulation" heisst zum Beispiel auch, dass man keine Zinsen von Leuten nimmt die mal nicht zahlen können, dass man kein Skonto zieht weil pünktliche Zahlung selbstverständlich ist, dass alle Beteiligten inklusive den Endkunden auf das Bankkonto schauen und bei der Verteilung der Anteile mitreden können ... denn wer keine Ahnung hat, kann ja keine Meinung haben. Für diese Öffnung braucht man schon ein ziemliches Selbstbewusstsein :-)


Weiter mit dem Fairness-Gedanken, von dem kann man eigentlich alles ableiten. Für den Spediteur heisst das zum Beispiel, dass man ihn nicht unter Zeitdruck setzt wenn Stau war, weil er nunmal schlafen muss und lieber später heil ankommen soll als gar nicht. Außerdem fragt man aktiv nach damit er seine Rechnung per Mail statt Post schickt und man sie schneller überweisen kann. Wenn der Spediteur aus Vorsicht einen zu geringen Preis aufruft, korrigiert man ihn ...

Weiter: Durch Transporte wird Diesel verbrannt, und es entsteht (neben anderem Dreck) CO2, das derzeit relevanteste Klimagas. Wer Waren transportieren lässt, müsste sich doch um einen "Ausgleich" bemühen ... wir machen das durch einen festen Anteil je transportierter Flasche, der in die Pflege einer Streuobstwiese von akowia geht, die der Luft CO2 entzieht. Bäume sind zwar letzten Endes CO2-neutral, deswegen haben wir früher atmosfair unterstützt, aber das Kollektiv wollte dann doch lieber eine Förderung vor Ort die man auch mal angucken kann. Was niemand tatsächlich macht. Also wäre evtl doch eine effizientere, also mehr CO2 pro investiertem Euro realisierte, Förderung besser? Wird diskutiert werden ...


Man merkt hoffentlich an dem Text und dessen Länge obwohl noch lange nicht alle Aktivitäten und Gedanken erfasst sind (Distributionspolitik, nur Liquidität 1 statt 2 und 3, wie könnten wir ausbilden?), dass wir uns laufend bemühen möglichst fair zu arbeiten und die jeweils bestmögliche Lösung zu bauen. Deswegen wachsen unsere Projekte auch langsamer als die von anderen Leuten, die nur ihren Umsatz im Auge haben und entsprechend arbeiten. Das ist aber völlig ok, und wir sind immer dankbar für Hinweise die andere nur belächeln würden - Hauptsache sie haben das Potenzial, Wirtschaft und Moral noch besser zu verbinden ... neuester Fund: Direktrecycling von Papier für Briefumschläge, natürlich steigen wir jetzt um :-)

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:55 Uhr
 
BIER
Dienstag, den 23. September 2008 um 00:00 Uhr

wir träumen ja schon länger davon, das premium-betriebs-system für andere produkte kopierbar zu machen. dabei kam die frage auf, bei welchem anderen (standard)produkt eine premium-handlungsweise eigentlich am dringendsten oder sinnvollsten wäre. cola ist ja das typische kapitalismusprodukt, und alkohol die wesentliche gesellschaftsdroge. ein bier müsste man eigentlich machen, um zu zeigen wie es anders gehen kann ...

 

seit september 08 ist premium-bier verfügbar: ein pils in bioland-qualität mit kräftigem und rundem geschmack, hergestellt in kooperation mit einer erfahrenen kleinen brauerei, die es etwa seit dem jahr 1050 gibt. deren expertise mit unserer philosophie und arbeitsweise ergibt:

- "ein richtig leckeres bio-bier" (testerzitat)
- feste preise, offene kalkulation, faire anteile für alle beteiligten
- kollektive entscheidungen, offenes bankkonto, nicht gewinnorientiert
- "ausgleich" des durch transporte entstehenden CO2
- inkl. anti-mengenrabatt zur förderung kleiner händler
- mit festem anteil von 10 % umsatz / 1 cent für alkoholismus-vorsorge
- kein etat für werbung, keine sponsorings, keine freiware, ...

verfügbar in grüner 0,33er mehrweg-glasflasche und grüner 24er mehrweg-kiste, später evtl braune 0,5er mehrweg-glasflasche und sogar fässer möglich. bestellbar über die händler und lieferwege von premium-cola, soweit die einzelnen partner mitmachen. das ist natürlich deren entscheidung, die meisten scheinen aber zu wollen. ansonsten bauen wir alternative wege - einfach beim händler fragen, ggf. etwas geduld haben bis genug mengen zusammenkommen um einen transport zu regeln.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. Januar 2010 um 16:52 Uhr
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JOB
Sonntag, den 17. August 2008 um 00:00 Uhr

wenn sich ein interessierter konsument meldet in dessen stadt noch keine premium-cola verfügbar ist, schlagen wir meistens vor dass derjenige sich selbst drum kümmert passende läden zu überzeugen. dafür gibt es einen anteil von jeder flasche, die in der stadt über einen tresen geht. "vom volk fürs volk" könnte man das nennen; so laufen unterschiedlichste typen (genannt sprecher) für premium durch die gegend. dieser weg hat insgesamt ganz gut funktioniert, denn premium ist in den letzten jahren langsam und stetig gewachsen ohne umsatzdruck zu haben.

einige sprecher steigen dann zb wieder aus, weil sie aus der stadt wegziehen, die lust verlieren oder selbst merken dass sie nichts mehr machen. folgerichtig verzichten sie dann auf ihren anteil pro flasche, ihre fünf lieblingsläden sind aber evtl trotzdem weiter dabei. über die jahre haben mehrere sprecher verzichtet, sodass insgesamt ein kleiner "etat" entsteht mit dem man einen job finanzieren könnte. das wollen wir jetzt mal versuchen, um o.g. struktur zuverlässig zu unterstützen - fünf läden sind nämlich manchmal nicht ausreichend für den händler vor ort.

konkret suchen wir jemand, der/die den ruhrpott betreuen würde - anfangs testweise zb als 400euro-job oder gegen entsprechende rechnungen, denn für uns ist das neuland, wir müssen erstmal gucken ob der job sich langfristig trägt. weiteres müsste man dann sehen, es könnte zb auch jemand zwei-drei großstädte betreuen die nicht weit entfernt sind.

wer den job machen will, müsste auf jeden fall selbst von premium überzeugt sein und gelesen haben was man online findet. schüchternheit wäre hinderlich, etwas erfahrung im außendienst hilfreich aber nicht bedingung, ansonsten sind wir offen. das AGG hätte für uns jedenfalls nicht eingeführt werden müssen - wobei sich die frage stellt, ob man nicht gezielt menschen mit ansonsten schlechten arbeitsmarkt-chancen einen einstieg bieten sollte ...

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:56 Uhr
 
AUFRUF
Sonntag, den 03. August 2008 um 00:00 Uhr

durch die kollektive und quasi hierarchiefreie struktur von premium bekommen wir viele informationen schneller und ehrlicher als andere. manche sachen fragen wir auch gezielt ab, zb bitten wir unsere händler regelmäßig dass sie mit lkw-fahrern reden ob die ihre ruhezeiten halten dürfen. falls nicht, wollen wir mit der spedition nicht mehr arbeiten.

dieser ansatz gilt für unsere gesamte wertschöpfungs- und logistikkette: wenn kellner ihr trinkgeld an den chef abdrücken müssen kriegt der laden keine premium, wenn ein mitarbeiter in der zutatenproduktion auf sein gehalt warten muss drohen wir mit wechsel des betriebes und so weiter. durch die gute auswahl unserer partner kommen solche fälle aber selten vor, vielleicht einmal pro jahr - oder häufiger, aber wir erfahren nur so selten was davon?

liebe kunden, partner und sonstwie beteiligte: falls irgendwo unfaire geschäftspraktiken laufen bei denen premium-cola im spiel ist - bitte melden, damit wir reagieren können!

diesen fall haben wir zb nur zufällig und recht spät mitbekommen, dann allerdings fix reagiert und auch geklärt dass das schmerzensgeld nicht ans amt weitergereicht werden muss. parallel haben wir dem großhändler geschrieben - der wusste angeblich nicht was auf seinem hof vorging, nun weiß ers aber und wurde von uns gebeten sich zu kümmern. geantwortet hat er auch schon, wir sind da im gespräch. premium ist immer noch sehr klein, ein wechsel würde dem großhändler nicht wehtun - aber unsere idee des fairen miteinanders muss schon bis zum kleinsten flaschensortierer verfolgt werden, sonst darf das wort "konsequenz" nicht mehr aufs etikett :-)

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:56 Uhr
 
PREMIUM 0,5
Mittwoch, den 16. Juli 2008 um 00:00 Uhr

anfang april schrieb unser berliner, dass manche kunden gerne eine halbliterflasche mit schraubverschluss hätten - um einfacher longdrinks zu mischen, unterwegs gemütlich premium zu trinken und beim versehentlichen flaschen-umkippen nicht gleich das notebook zu ertränken. aus anderen städten kam der gleiche wunsch, also probieren wir mal aus ob das format sich trägt.

seit gestern ist die halbliter-premium beim abfüller verfügbar. wer sie haben will, sollte einfach bei seinem händler bestellen - es kann aber je nach stadt etwas dauern, bis die 0,5er zum ersten mal ankommt. es kann auch sein dass der händler mangels menge nicht will, das muss man dann sehen. alternativ einfach direkt melden, dann checken wir welche wege es gibt.

bei der flaschenkalkulation haben wir großzügig und knapp zugleich gerechnet: gleicher abfüllpreis, anteilig mehr für die zutaten, anteilig mehr transportkosten und CO2-"ausgleich" wegen des höheren gewichts, anteilig mehr für händler damit die an der kiste den gleichen ertrag haben, anteilig mehr für den etikettendruck weil weniger nutzen auf ein blatt passen, und zu guter letzt noch einen anteil für handling weil zumindest anfangs nur kleine kistenmengen beigepackt werden. das wars, unsere anteile bleiben gleich. im ergebnis kostet die 0,5er netto nur 12 cent mehr als die 0,33er. beide formate kosten damit das gleiche pro kiste, in der halbliter-kiste ist aber insgesamt mehr inhalt. die koffeinmenge ist allerdings nicht zu unterschätzen, also mal sehen was passiert.


natürlich könnte man jetzt mehr ertrag für uns einrechnen - aber da wir uns immer noch als projekt von kunden für partner und kunden sehen, bleibt die kalkulation so scharfkantig. und spaß macht sie auch :-)

eine 0,2er premium wäre zumindest aus unserer sicht ein schritt in die falsche, kunden-unfreundliche richtung. das format macht man ja in dem kalkül, dass gäste in der gastronomie zwei kleine statt einer 0,33er bestellen. umgekehrt gehen wir natürlich das risiko ein, dass kunden eine große statt zwei kleine premium ordern - aber wir denken, dass das nur in kiosken oder spätshops passiert. und wenn, ist es für den kunden ja gut. zusätzlich kommen hoffentlich longdrink-nutzer dazu, sodass die halbliter für uns kein schritt rückwärts ist ... aber das entscheiden natürlich die kunden.


flaschen waren einfach: die sogenannte nrw-flasche in klarglas wird zb auch von club-mate benutzt und ist in süddeutschland gut verfügbar, außerdem kann man sie in wesentlich mehr kanälen abgeben als unsere geliebte alte amg-flasche. weiße deckel waren auch kein problem. schwarze kisten schon eher, die kosten nämlich mehr als ihr pfandwert und sind erst ab bestimmten mengen zu bekommen. alternativ kann man in einen verband eintreten, aber für den sind wir wohl zu klein ... die haben trotz dreimaliger nachfrage nie ein angebot geschickt, also mussten wir auf anderen wegen kisten besorgen. etikett war dann einfach, auf dem gleichen papier (blauer engel), und dann konnte es auch schon losgehen. jetzt seid ihr dran :-)

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:46 Uhr
 
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