Etikettenleim vegan
Samstag, den 07. November 2009 um 15:50 Uhr

... durch Zufall hatten wir herausgefunden, dass in dem Leim mit dem unsere Cola-Etiketten auf die Flaschen geklebt werden, rund 5 Prozent Casein enthalten war (ein Abfallprodukt der Käseherstellung). Damit war strenggenommen das gesamte Produkt nicht mehr vegan. Wir haben also ungefragt länger recherchiert und einen Leim gefunden, der die gleichen technischen Voraussetzungen erfüllt und kein Casein enthält. Diesem hat dann unsere "Umweltbeauftragte" nochmal hinterherrecherchiert, nicht dass das eine harte Chemiekeule wäre ... das ist nicht der Fall. Wir haben also den Etikettenleim bei Premium-Cola auf ein veganes Produkt umgestellt.

 

Diese Geschichte und den Namen des alternativen Leims haben wir dann allen Kooperationspartnern geschrieben, damit die diesen Schritt auch machen können wenn sie wollen. Einer antwortete sinngemäß, ob wir keine anderen Sorgen hätten als solchen Kleinkram?! Haben wir sicher, aber wir glauben auch an einen alternativen Wettbewerb in dem nicht das billigste Produkt gewinnt, sondern das am weitesten ökologisch und sozial optimierte Produkt bzw. der Anbieter der sich insgesamt am besten benimmt. In diesem alternativen Wettbewerb sind wir relativ weit vorne, und es wird hoffentlich langfristig ein Sog bzw. ein Druck auf andere Anbieter entstehen uns bestimmte Dinge nachzumachen. Gern auch vormachen ...Hauptsache wir verbessern die Welt ein bisschen :-)

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Dezember 2009 um 14:29 Uhr
 
SPEERSPITZE
Donnerstag, den 04. Juni 2009 um 23:07 Uhr

unser steuerberater schrieb am ende einer langen mail: "was soll die Speerspitze in den Unterlagen????" wie bitte, eine speerspitze? beim nächsten termin entstand dieses foto (geldstück zum größenvergleich):



eine erklärung hatten wir aber nicht, denn solche oder ähnliche teile waren garantiert nicht am ort des unterlagen-zusammenstellens ... evtl bei der post aus versehen von einem karton in den anderen gerutscht? aber gleich zwei teile? komisch.

wochen später bittet ein wg-kollege den anderen, die handy-fotos per bluetooth zu empfangen und per mail zu senden, um in einem blogeintrag zu fragen ob jemand eine idee hat - dabei stellte sich heraus, dass der karton die ursache ist: der wurde vorher wg-intern getauscht und enthielt goldgewichte aus benin, die nun in einem anderen karton lagern und wieder vollständig sind:



ohne worte ...

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:39 Uhr
 
BIO
Donnerstag, den 21. Mai 2009 um 07:13 Uhr

„Wir melden uns dann drei Wochen vor der Kontrolle an.“

 

So erläuterte der Ansprechpartner einer Bio-Zertifizierungsstelle, was auf uns als frischgebackene Auftraggeber bzw. Inverkehrbringer eines Bio-Produkts zukäme, wenn das Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung auf dieser Webseite erscheinen soll. Und 500 Euro Jahresgebühr wären natürlich auch zu entrichten – für eine Kontrolle, die mit drei Wochen Vorlauf geschieht? Vielen Dank, darauf können wir verzichten. Oder freiwillig ohne Voranmeldung kontrollieren lassen? „Da sind Sie aber der Erste der das will.“

 

Ganz schön bedenklich – und zwar auch deshalb, weil für den Inhalt des Produkts bereits vom Brauer Gebühren abgeführt werden, die wir natürlich mittragen und somit doppelt zur Kasse gebeten würden. Da wird man doch das Gefühl nicht los, hier soll ein Siegel verkauft werden anstatt einer kompetenten externen Kontroll-Leistung.

 

Bioland war da schon entspannter, wollte keine Doppelzahlung und sich auch nicht für Kontrollen voranmelden. Dennoch werden wir freiwillig etwas zahlen, weil es ja theoretisch die Möglichkeit gibt, heimlich einen zweiten konventionellen Brauer einzusetzen. Eine zusätzliche Kontrolle macht also Sinn, aber eine Kontrolle der Kontrolleure auch – denn die leben schließlich von den Beiträgen der Unternehmen, die sie neutral kontrollieren sollen. Warum werden eigentlich so selten Fälle öffentlich, in denen Firmen bei schweren Verstößen erwischt und Siegel entzogen werden?

 

Aus psychologischer Sicht sind Siegel jedenfalls hilfreich, um Kaufentscheidungen zu erleichtern und Orientierung zu bieten im Dschungel der Produkte und deren Komponenten. Leider werden auch Siegel in der Regel als umso vertrauenswürdiger bewertet, je öfter man sie zu Gesicht bekommt – fatal für kleine, hilfreich für große Anbieter. Aktuell gibt es über 1000 Siegel, wer soll da noch die Übersicht behalten welches glaubwürdig ist?

 

Wir. Damit meinen wir alle Beteiligten, vom Kunden über Zertifizierer und Auftraggeber bis hin zum Hersteller. Besonders letztere sollten sich nicht damit zufrieden geben ein Siegel gekauft zu haben, sondern „Bio“ als gesamtheitlichen Ansatz begreifen, der weit über den Inhalt hinaus geht. Siegel reichen nicht. Durch Weglassen der Schmuckfarben des Kronkorkens (der Klarlack muss bleiben gegen Rost) ließen sich bei 200 Tsd. Flaschen Jahresmenge ca. 3 Liter Farbe sparen – wer 200 Mio. Flaschen pro Jahr macht, könnte also ca. 3000 Liter Farbe sparen. Es wäre auch schön, wenn offener kommuniziert würde dass EU-Bio nur 95 % der Zutaten erfasst, damit Kunden fundierter entscheiden können. Und und und …

 

Würden Sie folgende Wunschlisten ergänzen, und sich vornehmen einen Teil von Ihrer Liste anzugehen?

 

Wir wünschen uns von Getränkeherstellern, dass sie

 

  • - Bio als ganzheitlichen Ansatz begreifen und regelmäßig weitere Aspekte erfassen wie z.B.

  • - die Beschaffungs- und Verteilungslogistik mit in die Ökobilanz von Produkten einrechnen

  • - ehrlich kommunizieren, was ein Bio-Siegel abdeckt und was nicht

  • - auch nicht erfasste Komponenten laufend optimieren (weniger oder kleinere Etiketten, Etikettenpapier aus nachhaltiger Forstwirtschaft, umweltschonender Druck, Deckel mit Innenleben aus Polyethylen, weniger Leim aus Casein, Flaschen in gemeinsamen Leergutpools, dunkle Kisten wegen ihres höheren Recycling-Anteils, weniger Werbematerialien, …)

  • - freiwillig Stoffstrom-Analysen erstellen und nach Optimierungsmöglichkeiten suchen

  • - ggf. auf Absatz verzichten, wenn dafür unmoralisch lange Transportwege für Beschaffung oder Verkauf zurückgelegt würden (und damit gerne werben oder Teilprodukte anpassen)

  • - Preise in Abstimmung mit Händlern so definieren, dass diese keinen besondern Anreiz ergeben Bio-Produkte gegen andere Bio-Produkte auszutauschen, sondern nur Bio-Produkte gegen konventionelle

  • - …

 

Wir wünschen uns von Getränkehändlern und ggf. Gastronomen, dass sie

 

  • - die potenziell höhere Spanne bei Bio-Produkten nicht ausschöpfen, sondern gleiche Aufschläge wie bei konventionellen Produkten berechnen; um die Marktchancen von Bio-Produkten nicht einzuschränken

  • - mit Kollegen und Mitbewerbern kooperieren, um z.B. die Logistik möglichst zusammenzulegen

  • - es nicht akzeptieren wenn Paletten mit Bio-Produkten „im Kreis fahren“ nur weil es mal günstiger ist

  • - …

 

Wir wünschen uns von Kunden, dass sie

 

  • - ein Grundwissen über die wichtigsten Siegel / Zertifikate erwerben, um kompetent kaufen zu können

  • - sich zumindest bei regelmäßig konsumierten Produkten über Hersteller und Händler informieren

  • - gezielt von Herstellern sowie Händlern beziehen, die Bio als ganzheitlichen Ansatz vorantreiben

  • - ...

 

 

(Dieser Text wurde auf Anfrage der Zeitschrift Mixology geschrieben und sollte eigentlich darin erscheinen)

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:37 Uhr
 
MARKTWERT
Donnerstag, den 07. Mai 2009 um 10:44 Uhr

Vorletzte Woche kam aus dem Ruhrgebiet die Info, dass angeblich ein Händler von Fritz-Kola gezielt Kunden von Hermann-Kola angeht und ihnen anbietet, vorhandene Hermann-Kisten gegen Fritz zu tauschen. Komisch, aber sicher ein Einzelfall? Nun kam aus Frankfurt folgende Meldung:


"unglaublich:

fritz-aussendienstler war im pro vinyl

und hat pro kasten premium leergut 3 volle

kästen fritz geboten."


Wir haben mit dem Kunden telefoniert, der ist schon ewig Premium-Kollege und bestätigt die Story. Sowas denken sich völlig unabhängige Leute in verschiedenen Regionen ja auch nicht zufällig identisch und gleichzeitig aus, anscheinend steckt also System dahinter. Ganz schön eklige Praktiken. Nur komisch, dass die Fritzer bei einigen Leuten immer noch als "links" gelten ...


Natürlich haben wir überlegt, die Vorlage aufzunehmen und das gleiche Angebot zu machen: wer uns drei volle Kisten Fritz bringt, kann gerne eine leere Kiste Premium haben, denn das ist ja anscheinend der offizielle Kurs?! :-). Leider geht das so nicht, denn damit würden wir gegen § 4 Nr. 7 UWG verstoßen und Produkte des Mitbewerbers herabwürdigen.


Macht aber auch nichts. Wir glauben nämlich daran, dass Unternehmen sich durch solche Praktiken schon selbst weit genug herabwürdigen - und dass das langfristig von Kunden auch gesehen wird. Außerdem macht miteinander-arbeiten viel mehr Spaß als gegeneinander. Weiter reagieren werden wir also vorerst nicht, auch wenn man uns gelegentlich "alternaiv" (ohne t) nennt.

 

Nachtrag: Cola Rebell berichtet die gleiche Geschichte auch aus Hanau.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Dezember 2009 um 15:39 Uhr
 
MEHRWEG
Dienstag, den 05. Mai 2009 um 15:05 Uhr

ein unternehmer meldet sich und möchte 120 flaschen kaufen, um sie paketen an seine kunden beizupacken. schönes ding, gerne - wenn er bitte die kisten vor ort lassen möchte weil deren kaufpreis den pfandwert übersteigt, und wenn der händler ihm bitte die sogenannten longneck-flaschen gibt weil die im gegensatz zu den alten amg-flaschen überall wieder in den leergut-kreislauf zurück können ...

 

ersteres klappt, letzteres nicht. was macht der coole unternehmer? fährt auf nachfrage extra nochmal zurück und tauscht die flaschen um. natürlich schreiben wir eine entsprechende gutschrift, aber wie geil ist das denn mal wieder ... 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Dezember 2009 um 14:36 Uhr
 
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