eine handvoll venus und ehrbare kaufleute
Dienstag, den 30. August 2011 um 17:51 Uhr

werbeagenturen werden wohl nie so mächtig wie in dem o.g. buch von Frederik Pohl/Cyril B. Kornbluth von 1952; zu der zeit war das internet und die damit einhergehenden gesellschaftlichen machtverschiebungen aber auch noch nicht absehbar. die rolle von werbung hat sich immer verändert und wird sich auch weiter verändern, aber ihr einflussbereich wird sich eher reduzieren anstatt vergrößern. warum? wissen wird freier, konsumenten werden informierter, und ihre ansprüche an unternehmen steigen. konsumenten machen ihre kaufentscheidungen nicht immer von ihren überzeugungen abhängig, das stimmt schon, sehr wohl aber vom image eines unternehmens oder produkts - und das lässt sich heutzutage in rekordzeit demontieren ...

die gute seite der medaille: unternehmen und marken haben heute mehr denn je die chance, durch positives verhalten eine treue und stabile fangemeinde aufzubauen; während wohlverhalten im hintergrund früher für konsumenten kaum sichtbar war, lässt es sich heute auf vielen kanälen aktiv kommunizieren. ordentliches benehmen wird zum wettbewerbsfaktor, und die möglichkeiten des transportierens über socialmedia sind so vielfältig dass sie bisher niemand richtig versteht (auch uwe nicht).

also schießen socialmedia-dienstleister und -agenturen wie pilze aus dem verregneten "sommer"boden, die sich mit mehr oder weniger kreativen ansätzen zur gewinnung möglichst vieler fans überbieten. dumm nur, dass solchen werbern und ihren kunden ein folgenschwerer fehler unterläuft: immer weniger konsumenten akzeptieren es, wenn zwischen ihnen und der marke oder dem unternehmen ein filter eingeschaltet wird. dialog in socialmedia bedeutet nämlich nicht, dass fans und kunden mit agenturen reden wollen - die stören im zweifel nur. gefragt ist vielmehr authentizität, also ein möglichst direkter kontakt. je glaubwürdiger der ausfällt, desto weniger anfällig ist eine marke oder ein unternehmen für schäden am image, auch wenn noch so haarsträubende fehler passieren ... zugeben und verbessern ist trumpf. wir sind alle nur menschen, auch unternehmer. nicht ohne grund spricht man von der "markenpersönlichkeit", und die muss sogar ecken und kanten haben um glaubwürdig zu sein (rolando baron sei gegrüßt).

unternehmen werden also neben ihrem kerngeschäft automatisch auch zu content-produzenten, und agenturen sind ihre transporteure, nicht mehr und nicht weniger. auf keinen fall dürfen agenturen sich in die inhalte einmischen, denn das wird perspektivisch immer häufiger als unehrlich verstanden. warum? auch deshalb weil es immer mehr gegenbeispiele gibt, die das sogenannte psychische bezugssystem verschieben. erstes semester wirtschaftspsychologie: wenn alle unternehmen ihre kommunikation und inhalte von werbeagenturen steuern lassen, gilt das als normal, und die konsumenten rechen damit. scheren aber unternehmen aus und machen vor, wie wirklich direkte und authentische kommunikation im netz und auch anderswo aussehen kann, sehen die "normalen" plötzlich gar nicht mehr so gut aus ...

die gute nachricht: agenturen werden auch in zukunft, gerade mit immer komplexeren technischen zusammenhängen und immer stärker fragmentierten ziel"gruppen", gebraucht werden. nur weil ein unternehmen botschaften und inhalte hat, kann es sie noch lange nicht fachgerecht an den mann und die frau bringen. das "wie" ist und bleibt agentur-aufgabe, das "was" wird aber nur noch aus den unternehmen glaubwürdig möglich sein - und wer sich gar nicht benimmt, also seine kunden und partner nach allen regeln der werbe-kunst hinters licht führt, wird langfristig verlieren.

nutzen sie also ihre chance und machen es besser: kommunizieren sie so wie sie es selbst von menschlichen unternehmen erwarten würden. nicht mehr und nicht weniger; so gewinnen sie nicht nur kunden, sondern fans.

begrüßen wir diese entwicklung? ja, und wir arbeiten auch massiv darauf hin. wollen wir damit nicht auch nur wettbewerbsvorteile am markt erzielen? nein, wir wollen den markt ändern.

wenn ihre kunden oder die kunden ihrer kunden also mal aufbegehren und mehr transparenz verlangen, wenn ihre agentur mehr content-transporteur als -generator werden muss um am markt zu bestehen, dann haben wir daran hoffentlich einen kleinen anteil. gern geschehen :-)


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. August 2011 um 17:58 Uhr
 
GENAU HINSCHAUEN: good goods
Samstag, den 28. Mai 2011 um 11:10 Uhr

nachhaltigkeit ist ein kompliziertes thema. wir hatten hier schonmal eine erklärung versucht bzw. unseren ansatz erläutert, natürlich kann man das auch anders sehen. was aus unserer sicht aber immer nötig ist, weil sich mittlerweile viele unternehmen mit dem begriff nachhaltigkeit schmücken: genau hinschauen.

bezieht das unternehmen (mindestens) drei bereiche der nachhaltigkeit mit ein? tut es das bei allen produkten und leistungen, oder nur bei einem kleinen teil? meist sehr aussagefähig: wann hat das unternehmen angefangen, sich um nachhaltigkeit zu kümmern? wie genau? schreibt es sich primär verdienste von lieferanten auf die eigene fahne, oder macht darüber hinaus noch eigene schritte? vor allem: redet das unternehmen nur, oder handelt es auch?

besonders die letzte frage ist aus unserer sicht wichtig. am verhalten von unternehmen lässt sich nämlich relativ gut erkennen, was ihnen wichtig ist. redet es nur, macht aber nichts? dann ist machen wohl nicht so wichtig. redet es und macht dann auch? ok, in ordnung. macht es erst und redet dann? noch besser. finden wir zumindest.

vor diesem gedanklichen hintergrund haben wir probleme mit nachhaltigkeits-messen, bei denen sich unternehmen als nachhaltig darstellen können, wenn dafür gilt:

"An der goodgoods 2011 können Unternehmen mit ihren Marken, Produkten und Dienstleistungen teilnehmen, die ...
... bereits im Sinne des goodgoods Verständnis wirtschaften oder nachweislich planen, dies zu tun."

es reicht also, nachhaltigkeit nur anzukündigen! schon ist man dabei.

das finden wir nicht. allein die präsenz auf so einer messe suggeriert nämlich, dass die aussteller dort schon relativ weit im prozess der nachhaltigkeit sind. und nicht, dass sie nur schritte angekündigt haben. wer da als veranstalter nicht genau differenziert, schadet der glaubwürdigkeit von nachhaltigkeit insgesamt, schadet den anderen ausstellern, und führt auch die besucher in die irre - denn die verlassen sich auf die sorgfältige auswahl der aussteller. ohne eine solche auswahl macht die messe ja gar keinen sinn. wer als unternehmen dort sein darf, wird also schon sauber geprüft und nachhaltig sein.

so einfach ist es leider nicht. deshalb bitte immer: genau hinschauen. danke!


Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. Mai 2011 um 11:40 Uhr
 
can you become a social entrepreneur?
Samstag, den 30. April 2011 um 00:00 Uhr

thanks to the author david for allowing us to post this excerpt from his book:



Social Entrepreneurship 3.0 (today) looks beyond individual founders and institutions to the change-making potential of all  people and their interactions. It recognizes that social entrepreneurship is contagious.


Every Person who starts a social change organization emboldens others to pursue their  ideas and solutions, whether by building institutions or by strenghtening existing solutions through their investing, philanthrophy, managing, advocacy, research, teaching, policy making, computer programming, purchasing, writing, and so forth.

Social entrepreneurs initiate and lead change processes that are self-correcting, growth-oriented, and impact-focused. They create new configurations of people and coordinate their efforts to attack problems more successfully than before. It´s a complex role that involves a great deal of listening, recruiting, and persuading. It takes a curious combination of sensitivity and bullheadedness, humility and audacity, and restlessness and patience to lead a change process in the face of indifference, habit, fear, resource constraints, vested interest, and institutional defenses. The job can be boiled down to one essential function: the social entrepreneur helps others to envision a new possibility, appreciate its meaning, and recognize how it can be broken down into doable steps that build momentum for a change.

Psychologists note that entrepreneurs score high on the quality "inner locus of control". They locate power within, rather than outside, themselves. If they don´t have the skills to solve a problem, they believe they can acquire them by experimenting, by observing experts, or by getting help from others. When things go wrong, they want to know primarily what happened - and what needs to be fixed, not whom to blame. They don´t take failure as an indication of personal inadequacy but as an indication of a gap in their understanding, something that can be redeemed with more effort.

This points to a central insight of social entrepreneurship: institutions on the receiving end of pressure are frequently at a loss about how to respond to demands for change. For example, environmental activists often assume that corporate executives know how to modify their business practices and remain profitable. But in the face of new environmental and global economic pressures, many business leaders are bewildered and defensive. To get them to break with the past, it´s not enough to condemn them or boycott their companies. We must show them how to build the future. We must advise oder compete with them.

Jeffrey Hollender, the founder of Seventh Generation, a $100 million manufacturer that pioneered green household cleaning products,  served as an unpaid advisor to Wal-Mart to help the massive retailer shift to environmentally sustainable products. In doing so, Hollender encouraged the world´s biggest corporation to compete with his own firm. Many businesspeople would consider this unwise. But Hollender knows that Wal-Mart has far more power to safeguard the environment than Seventh Generation does. At the highest level, success for a social entrepreneur is not about building the biggest or best organization in the field. It is about changing the field.

Innovation and change demand the recombination of knowledge - new recipes, not just more cooking. In a society oriented around specialization, where knowledge is fragmented, entrepreneurs play critical integrating roles. Intrepreneurship is a fusion process. Steve Jobs didn´t develop the processors, graphic interface, or early spreadsheet applications that made home computing easy, affordable, and useful. But he was the one who brought all the pieces together. Social entrepreneurs are creative combiners, carving out spaces in society to foster whole solutions. If they ´specialize´ in anything, it is bringing people together who wouldn´t coalesce naturally.

People who see beyond existing frameworks have three qualities that stand out. The first is a passionate interest in simple, even seemingly childish, questions, such as: Why can´t we extend loans to villagers? Or: Why won´t the students pay attention in class?



the second? and the third? find out in the book and become a social entrepreneur yourself.




Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 30. April 2011 um 17:16 Uhr
 
produktionsfehler
Freitag, den 29. April 2011 um 07:57 Uhr

wir haben uns ja schon im jahr 2006 verpflichtet, eventuell auftretende produktionsfehler hier freiwillig zu veröffentlichen - einfach weil nahrungsmittelhersteller das tun sollten und es keiner tut. zum glück war sehr lange ruhe, aber jetzt gab es wieder einen fall:



das ist ein teeblatt. und ja, das ist uns sehr peinlich. danke an michel für meldung und foto.


beim abfüller wurde ein anderes neues getränk parallel zu unserem produziert, und zwar erstmals mit einem sud aus teeblättern. dabei ist eines offensichtlich trotz reinigung der anlage usw. irgendwo hängengeblieben und / oder danach wieder reingerutscht, wir wissen es nicht genau. jedenfalls ist es dann in einer premium gelandet. sowas sollte nicht passieren. wir haben reagiert und einen filter nachgerüstet. nochmal ausdrücklich: solche fehler kommen leider vor, es redet nur keiner drüber. die sache ist uns sehr peinlich, der abfüller und wir tun alles dafür damit sowas nicht mehr vorkommt. hundertprozentige sicherheit wird es aber leider nie geben, so gerne auch wir das gerne hätten :-(


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. Mai 2011 um 08:36 Uhr
 
unser "geheimnis"
Freitag, den 22. April 2011 um 14:10 Uhr

wir nutzen gerade die feiertage, um im hintergrund eine menge liegengebliebenes abzuarbeiten und vieles aufzuräumen. dabei fiel uns auch ein altes (2009) interview für eine diplomarbeit mit dem titel "vielfalt x dialogische diskussionskultur = höhere qualität von lösungen" in die hände. darin steht das premium-geheimnis :-) hier mal ungefiltert aus der telefoninterview-mitschrift:


Studierender: Was ist deiner Meinung nach wichtig in der Kommunikation, damit sie bestmöglich funktioniert und im Sinne der Lösung stattfindet? Beschreibe bitte, wie sie bei euch stattfindet.


Premium: Das ist eine sehr gute Frage, darüber habe ich auch schon in einigen Vorträgen ein paar Sachen dazu gesagt. Ich glaube, dass dahinter eine grundsätzliche Einstellung stehen muss, damit sie in der Art und Weise auch funktioniert.
Normalerweise geht man in einem Wettbewerb davon aus, dass man immer mit Blick auf seinen eigenen Vorteil hinaus verhandelt, bei Konditionen oder Lieferkonditionen oder Ähnlichem. Bei „Premium“ ist eigentlich ein anderer Ansatz dahinter. Ich glaube nicht, dass der gesamte Wettbewerb des Kapitalismus böse ist, da gibt es auch einige Beteiligte, die langfristig denken und stabile Partnerschaften aufbauen wollen usw. Aber ich glaube, dass im Wettbewerb tendenziell eine Art gegeneinander Wirtschaften stattfindet.


Bei „Premium“ ist da eher die Grundhaltung, dass eine Lösung so beschaffen sein muss, dass alle Beteiligten am Ende auch zufrieden sind, sonst würden sie dem auch nicht zustimmen. D.h. da ist eine Art generalistischer Ansatz dahinter, dass man bei der Arbeit an seinen Lösungen nicht nur auf seinen eigenen Vorteil schaut, wie ich für mich das Beste heraushole, sondern auch, wie kann ich bzw. wir und alle Beteiligten soweit eingebunden werden, dass sie am Ende zufrieden sind. Das ist eine ganz andere Verhandlungs- und Diskussionskultur, dass man nicht nur auf seinen eigenen Vorteil schaut, sondern das Ganze im Blick hat.


Das führt dann auch automatisch dazu, dass die Umgangsform sehr sachlich ist, also ganz wenige persönliche Geschichten mit reinspielen, da die Lösung im Vordergrund steht und weniger die eigene Sichtweise. Das bedeutet aber dann auch, dass man sich darüber klar sein muss, dass wir Beteiligten in irgendeiner Art und Weise bestimmte Kompetenzen haben, die man dann auch anerkennen muss. Also wenn der Spediteur zum Beispiel sich zur Frage äußert, wie denn ein Logistikpreis aussehen muss, dann hat dessen Stimme ein bisschen mehr Gewicht, weil er in der Materie eine Ahnung hat. Und wenn sich jemand anderes dazu äußert und einen klugen Gedanken hat, kann es aber trotzdem sein, dass er auch ein großes Gewicht kriegt, zum Beispiel, weil es ein kluger gedanklicher Schachzug ist.


Das ist ein sehr diffuses Feld, wo man auch nicht mit zahlenmäßigen Abstimmungen rangehen kann, die man in einem basisdemokratischen Ansatz hat, sondern es geht darum, wer die beste Lösung für die jeweilige Problemstellung hat. Das kann auch jemand sein, der eigentlich von dem Bereich keine Ahnung hat. Es hat sich aber auch oft gezeigt, dass das auch gut ist, die Sicht von außen, also wenn jemand, der nicht Spediteur ist, sich solche Sachen anschaut, weil der im Zweifelsfall einen unverstellteren Blick dafür hat. Also generell würde ich sagen, dass die Lösungsfindung von komplexen Problemstellungen bei „Premium“ deswegen auch gut funktioniert, weil sie eben zum Teil von fachlichen Kompetenzen geleitet wird und zum Teil auch Leute vom Kollektiv darauf schauen, die einen anderen Hintergrund haben und deshalb so was gar nicht auf dem Radar haben. Normalerweise ist es ja so, dass es Mengenrabatte gibt; das ist üblich, jeder weiß das und hält das auch für normal. Aber man muss das nicht als normal ansehen und akzeptieren und auf diese Idee kommt halt eher jemand, der kein Spediteur ist ...


(die arbeit als ganzes ist auf datenschutz-wunsch des autors nicht mehr auf der homepage, wir dürfen aber einen kontakt herstellen falls sich jemand für die gesamte version interessiert. ggf. einfach anfragen)


(ach, da ist ja auch noch kleines ein video)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. April 2011 um 14:46 Uhr
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 3 von 10