02. Modul "Optimierung"

Ökologisches Handeln kann auch kompliziert sein. Premium-Cola und Premium-Bier bestehen nicht nur aus dem Getränk - zum Produkt gehören noch weitere Komponenten, um die wir uns ebenfalls viele Gedanken machen. Und zwar z.B. folgende:




FLASCHE

Für uns kommt aus mehreren Gründen nur Glas-Mehrweg in Frage. Plastikflaschen sind erstens nie vollständig dicht, sodass die Kohlensäure des Getränks über längere Zeit entweichen kann. Deshalb füllen Hersteller immer mehr Kohlensäure in Plastikflaschen als in Glas, achtet mal drauf. Zweitens sind Plastikflaschen trotz ihres geringeren Transportgewichts insgesamt schlechter für die Umwelt, zu dem Ergebnis kommt zumindest das Umweltbundesamt in einer Studie (PDF, Seite 9 und 10) als neutralste Quelle die wir finden konnten. Drittens sind Plastikflaschen unter Umständen belastet, gefährlich oder gar erbgutverändernd. Viertens kann Glas zu 100 Prozent recycelt werden, Plastik nicht. Wir bleiben also bei Glas und beobachten die allgemeine Entwicklung zu Plastik mit Sorge.




ETIKETT

"Normale" Getränke haben ein Brust-, ein Bauch- und ein Hals-Etikett auf der Flasche. Wir denken dass man nur eins braucht und das flächenmäßig kleinstmögliche nehmen sollte, um Papier zu sparen. Das muss allerdings für die Verarbeitung bestimmte Anforderungen erfüllen, nass- und laugenfest oder gussgestrichen zum Beispiel, weshalb wir nicht einfach Recyclingpapier vom Blauen Engel nutzen können. Nach langer Suche und Rumtesterei haben wir ein Papier mit FSC-Zertifikat gefunden, das bei Premium-Cola eingesetzt wird. Für das Premium-Bier nutzen wir ein Papier mit PEFC-Zertifikat. FSC wäre uns zwar lieber weil die auch vor Ort und nicht nur Dokumente kontrollieren (Vergleichs-PDF), aber der Transportweg ab Werk wäre unanständig lang.


Falls jemand ein echtes Recycling-Papier mit o.g. Eigenschaften kennt, bitte Bescheid geben.


Zum Aufkleben der Bier-Etiketten wird ein wasserlöslicher Leim mit 5 % Casein verwendet, der Abfüllbetrieb steigt leider nicht für uns auf einen veganen Leim um. Bei Premium-Cola ist der Umstieg erfolgt, der dort verwendete Leim ist Casein-frei und damit vegan wie das Produkt auch.


DECKEL

Kronkorken werden aus Weißblech herstellt, dazu gibt es praktisch keine Alternative; es macht aber für die Seewasser-Ökotoxizität einen großen Unterschied, ob die nötige Rostschutz-Beschichtung aus Verchromung oder Verzinnung besteht. Als ein Ergebnis der Ökobilanz 2009 haben wir auf letztere gewechselt.

Die Dichtung auf der Innenseite kann aus PVC oder PolyEthylen bestehen. Letzterer scheint der beste der schlechten Kunststoffe zu sein weil er in Müllverbrennungsanlagen rückstandsfrei verbrennt, und 50 % des deutschen Mülls werden verbrannt ... also nutzen wir diesen.

Wir könnten auf die weiße bzw. schwarze Farbe des Deckels verzichten (auf den Klarlack nicht, sonst droht Rost) und damit ca. fünf Liter Farbe pro Jahr einsparen. Das Kollektiv sagt, dass die Deckel farbig bleiben sollen - noch.


KISTE

Je dunkler, desto mehr Recycling-Material kann verarbeitet werden, auch deshalb sind wir recht glücklich mit den schwarzen Kisten von Premium-Cola. Beim Premium-Bier sind wir auf den Leergut-Pool des Brauers angewiesen, die Kisten sind grün. Damit passen sie schön zur grünen Flasche, aber wären evtl. langfristig durch schwarze Kisten zu ersetzen wenn die Mengen das hergeben.


Beim Bier könnten wir auch Sixpacks aus Pappe machen, die wären ideal um den Absatz zu steigern, speziell in der Grillsaison - würden aber für unnötigen Müll sorgen. Außerdem gibt man damit die Flaschen praktisch in die freie Wildbahn und überlässt es Mitbewerbern, den Transport der irgendwo zurückgegebenen Flaschen zurück zum Abfüller zu bezahlen. "Das machen ja alle" könnte man sagen - wir halt nicht. Insofern haben alle Module neben ihrer ökologischen auch soziale und ökonomische Auswirkungen ...